Trude-Schüle-Kunstpreis 2013/14

Trude Schüle inmitten der jungen Gewinnschar. Sie freut sich, dass sie mit ihrer Stiftung einen Beitrag zur Förderung junger Maltalentebeitragen kann. Jede Schule bekam einen Scheck in Höhe von 500 EUR überreicht.

 Foto: J. Fiedler

Kunst und Jugend miteinander verbunden.

Trude-Schüle-Kunstpreis an junge Maltalente vergeben Scheck in Höhe von 500 Euro an Schulen überreicht

 

Dieses Jahr ging der Trude-Schüle-Kunstpreis an Schüler der Werkrealschule, der Lautereckrealschule in Sulzbach an der Murr und des Heinrich-von-Zügel-Gymnasiums. Ort des Geschehens war das Foyer der Festhalle.

 

MURRHARDT. Musikalisch stimmten Josia und Simeon Schütt die zahlreichen Besucher mit klassischen und jazzigen Stücken, wie den Valse Noble von Franz Schubert oder dem Jazz Walk von Martha Mier ein. Der stellvertretende Vorsitzende der Trude-Schüle-Stiftung, Michael Heinrich, erläuterte das Prozedere der Preisverleihung.

 

Das Thema war den Schulen freigestellt, doch sollten sie selbst die Preisträger ermitteln. Bürgermeister Armin Mößner betonte in seiner Ansprache, wie wichtig so ein Wettbewerb sei, weil er helfe das Können und Talent der Schüler in Murrhardt und Sulzbach an der Murr zu ermitteln und zu fördern. Kunst bereichere und weite den Horizont und erziehe zur Toleranz.

 

Der Rektor der Walterichschule, Ulrich Boitin, bekannte, dass sie dieses Mal keinen bestimmten Überbegriff gefunden hätten, doch dafür umso mehr Vielfalt, Techniken und Themen.

 

Der erste Preis ging an den Neuling Lamin Bojan und seinen Blumenblüten, einer traumhaften Blütenlandschaft. Den zweiten Preis holte Samuel Dichtler mit seinem Buchstabenturm auf schwarzem Grund. Samira Wöhrle, die sich von Picasso hatte inspirieren lassen, wurde mit dem dritten Platz bedacht. Malen wie Künstler heißt ihr Werk.

 

Die Schulleiterin der Lautereckschule in Sulzbach an der Murr, Sabine Groß, erläuterte in ihrer kurzen Einführung, dass das gestellte Thema Ausblick lautete. Nun gebe es viele Ausblicke und so unterschiedlich seien auch die Siegerbilder gewesen. Auf Platz drei kam von Annika Schön Ausblick auf einen Kindergarten eine Zeichnung, die voller Leben und Einzelheiten ist. Hannah Albrecht malte einen romantischen Ausblick voll Sehnsucht.

 

Farbenfroh und exotisch hingegen ist die Gewinner-Zeichnung Ausblick auf einen Paradiesvogel von Mirjam Sailer. Die Kunsterzieherin des Heinrich-von-Zügel-Gymnasiums, Monika Hausner-Schönfelder, beschrieb in kurzen Worten das Thema, das zum Oberbegriff gewählt wurde: die menschliche Gestalt und damit auch das Porträt. So vielfältig wie das Motiv seien auch die malerischen Mittel. Vom Zeichenstift bis zur selbst angerührten Tempera, von Schraffuren bis zur Darstellung mithilfe einer einzigen Linie, von statisch bis bewegt, von mimetisch bis abstrakt war alles dabei.

 

Jana Liepold gewann mit ihrem schraffierten Selbstporträt den ersten Preis. Wie bei dem großen Rembrandt teilt sich das Gesicht in eine beleuchtete und eine verschattete Hälfte auf. Witzig und nostalgisch zugleich, aber auf jeden Fall linientreu ist das Werk Aus einer Linie von Fabienne Zwicker (2. Platz). Die Drittplatzierte Donna Rendl malte eine etwas üppige Frau. In der statischen Auffassung wirkte es wie die Gestalten des Pointillisten George Seurat.

 

Jede Schule bekam einen Scheck in Höhe von 500 Euro zur freien Verfügung in Sachen Kunst überreicht. Eine kurze Ansprache von Trude Schüle beendete den Festakt. Sie freue sich sehr, dass sie mit ihrer Stiftung einen Beitrag zur Förderung junger Maltalente beitragen könne, lautete ihr Resümee.

 

Trude-Schüle-Kunstpreis 2013

 

Kindern eine Brücke zur Kunst gebaut

 

Die Trude-Schüle-Stiftung zeichnete erstmals Grundschulen und ihre jungen Künstler aus – Malwettbewerb organisiert

Zum ersten Mal wurde der TrudeSchüle-Preis im Foyer der Murrhardter Festhalle verliehen. Er kommt drei Grundschulen zugute. Diese hatten zuvor einen Malwettbewerb veranstaltet, bei dem die Kinder ihr Können unter Beweis stellten.

 

Von Petra Neumann

MURRHARDT. Michael Heinrich, der stellvertretende Vorsitzende der Trude-Schüle-Stiftung, betonte, dass sich die Stiftung zum Ziel gemacht habe, den Zugang zur Kunst für die Kleinen zu fördern. So erhielten die Hörschbachschule, die Walterichschule und die Fornsbacher Grundschule jeweils einen Scheck über 500 Euro. Das Geld ist für den Kunstunterricht bestimmt. Die Conga-Gruppe der Walterichschule, die auch von der Musikschule Schwäbischer Wald/Limpurger Land unterstützt wird, spielte unter der Leitung von Ridha Slimi einen südamerikanischen Tanz. Bürgermeister Armin Mößner betonte in seiner Rede, dass gerade in Murrhardt, das doch einige Maler hervorbrachte, die bildende Kunst auch in Schulen eine große Rolle spiele: „Kunst ist mit dem Ziel verbunden, die Menschen besser und zufriedener miteinander leben zu lassen.“

 

Rektor Michael Frank stellte als erstes die Werke seiner Schüler vor. Das Thema, das einhellig angenommen worden war, hieß Freundschaft. Denn es sei in der Hörschbachschule sehr wichtig, dass die Schüler einander wahrnehmen und sich gegenseitig unterstützen. Auch die Kunst sollte in der Persönlichkeitsentwicklung eines heranwachsenden Menschen eine große Rolle spielen, gerade in einer Zeit, in der der Egoismus auf dem Vormarsch sei. Von den Teilnehmern der dritten und vierten Klasse belegten Gina Sofia, Lukas und Philipp Platz eins, zwei und drei.

 

Schulleiter Ulrich Boitin berichtete von der Umsetzung des Wettbewerbs an der Walterichschule: Die jüngeren Kinder bearbeiteten das Thema Sonne, Mond und Sterne, die älteren befassten sich mit modernen Malern wie Joan Miró, Pablo Picasso und Friedensreich Hundertwasser. „Wir haben eigentlich zehn Gewinner, denn alle haben ganz tolle Bilder gemalt“, befand Boitin.

 

Wirklich begeistert von den Werken ihrer Schüler zeigte sich auch Rektorin Monika Pietron von der Grundschule Fornsbach. „Viele der Bilder sind nicht in Einzelarbeit entstanden, sondern in Kooperation von zwei bis drei Schülern.“ Paul Klee stand in diesem Fall bei einigen Werken von Schülern der vierten Klasse Pate. Die Jüngeren hatten sich ein bis vor Kurzem brandaktuelles Thema vorgenommen: Winterliche Vogelhäuschen. Benjamin, Franziska, Nikolas und Nina durften stellvertretend für alle den Preis entgegennehmen.

 

Zum Schluss erinnerte sich Stiftungsvorstandsvorsitzende und Initiatorin Trude Schüle an ihre eigene Kindheit. Durch den Beruf des Vaters, der Architekt war, hätte die Kunst immer einen gewichtigen Platz in ihrem Elternhaus gehabt. Schon als kleines Mädchen hätte sie unter dem väterlichen Zeichentisch gesessen und Häuschen gemalt. Doch zeigte sich ihr Papa selten ganz zufrieden, da fehlte ihm eine Klinke, dort ein Gartenzaun. „Ohne es zu merken, hatte er mir die ersten Lektionen in Zeichnen erteilt.“ Seit ungefähr vierzig Jahren bereise sie mit einem Malerkollegen die Welt. Was anderen als Urlaub erschiene, sei in Wahrheit harte Arbeit, denn sie malten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Doch lohne sich die Mühe, denn sie brächte etwas Handfestes mit nach Hause. „Merkt euch, Kinder, ohne Anstrengung, ohne Mühe gibt es keinen Erfolg und kein Glücksgefühl“, lautete ihr Ratschlag.

 

 

 

In Ihrem Element: Trude Schüle mit zwei jungen Künstlern bei der Preisverleihung in der Murrhardter Festhalle. Die Bilder der Grundschüler sind dort noch bis Montag, 22. April, ausgestellt.

Foto: J. Fiedler

Artikel aus der Murrhardter Zeitung, 17.04.2013

 

   Trude-Schüle- Kunstpreis 2017